Freiwillig zu Diensten? : über die Ausbeutung von Ehrenamt und GratisarbeitClaudia Pinl

By: Pinl, Claudia [Autor].
Material type: materialTypeLabel  Book, 144 S.Publisher: nomen 2013, ISBN: 9783939816188.Subject(s): Missbrauch | Ehrenamtliche Tätigkeit | Kompensation | Sozialabbau | Ehrenamt | Gratisarbeit | Freiwillige | Bürgergesellschaft | DeutschlandClassification: SO 3.5 Strukturfragen, öffentliche Daseinsvorsorge (Allgemeines, Gesamtdarstellungen, Darstellungen mehrerer Teilgebiete)Online resources: Inhaltstext Summary: Aktuelle Beispiele und Beobachtungen über den Einsatz von Freiwilligen für öffentliche Aufgaben mit den Auswirkungen auf Arbeitsmarkt und soziale Spaltung.Read more »Publisher recommendation: 23 Millionen Ehrenamtliche arbeiten in Deutschland in Kleiderkammern, in Kitas und in Schulen. Sie betreuen Kranke, sie sitzen an den Kassen von Theatern und Schwimmbädern, pflegen kommunales Grün und steuern den „Bürgerbus“. Alles unbezahlt, alles fürs Gemeinwohl. Schön, wenn Menschen sich für andere engagieren. Es hilft auch den Helfenden, macht zufrieden, vermittelt neue Einsichten und Kontakte. Und verschleiert den Blick. Vor lauter Begeisterung über „bürgerschaftliches Engagement“ sehen wir nicht mehr, woher die vielen Armen im Lande kommen. Wir nehmen den Zusammenhang nicht wahr zwischen kaputt gesparten Kommunen, Einschnitten im sozialen Netz, der Konzentration des Reichtums bei wenigen und den Dauer-Appellen an uns alle, bitte mit auszuhelfen. Die Freiwilligen halten mit ihrer Gratisarbeit nicht nur den Betrieb in Pflegeheimen, Kitas und Schwimmbädern aufrecht. Sie tragen auch dazu bei, den Niedriglohn-Sektor auszudehnen und die Arbeit von Hauptamtlichen zu dequalifizieren. Sie stopfen Löcher, die politische Entscheidungen ins Sozialwesen, die Bildung und die Infrastruktur gerissen haben. Und werden von den Politikern am „Ehrenamts-Tag“ dafür belobigt. Warum noch für Arbeit bezahlen, wenn Ehrenamtliche sie umsonst oder für ein Taschengeld verrichten? Die Autorin Claudia Pinl zerstört das hehre Bild des „bürgerschaftlichen Engagements“, wie es uns von Professoren, Politikern und Ehrenamts-Profis präsentiert wird. Die Autorin appelliert an die Freiwilligen, nicht länger den Ausputzer für politische Fehlentscheidungen zu machen. Und an die Politik, öffentliche Aufgaben im Sozialen, in der Bildung und im Kommunalen wieder öffentlich finanzierbar zu machen. Read more »Review: Pinl ist aufmerksame Zeitzeugin, arbeitete politisch, als Rundfunk-Journalistin und schreibt für die "taz". Ihre Gesellschaftskritik, gepaart mit Ironie, erfrischte u.a. in "Männer können putzen". Auch Ehrenämter waren schon ihr Thema. Hier geht es um die Veränderungen seit 1989 mit der zunehmenden Nutzbarmachung von Freiwilligenarbeit und bürgerschaftlichem Engagement durch Politik und Wohlfahrtsverbände, um Versäumnisse und Einsparungen auszugleichen. Sie schätzt politische Maßnahmen und Verlautbarungen ein, bringt eindrucksvolle Beispiele und erkennt die Auswirkungen auf den zersplitterten Arbeitsmarkt. Auch die Goodwill-Industrie nimmt sie aufs Korn, schätzt Tafeln und Almosen ebenso als problematisch ein wie S. Selke. Sie verweist auf ihn und andere Kritiker, auch auf das in Inhalt und Tendenz ähnlich kritische Buch von G. Notz.Read more »
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SB Sozialwissens. SB Sozialwissens. Stadtbibliothek Dornbirn
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